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Dissertation zu Nachhaltigkeitskonflikten

Mit Hilfe von Aristoteles’ Ethik will Armin Bangert mit seiner Dissertation relativistischen Positionen in der Energiewende-Debatte entgegentreten. Das Vorhaben ist Teil des BMBF-geförderten Kopernikus-Projekts „Energiewende-Navigationssystem“ (ENavi).
Themenfoto des Kopernikus-Projekts ENavi
Themenfoto zum Kopernikus-Teilprojekt ENavi (Quelle: FONA/photothek)

ENavi entwickelt ein Tool, das uns dabei unterstützen soll, zuverlässig durch die bevorstehende Transformation des deutschen Energieversorgungssystems zu navigieren. Es gilt dabei, neben technischen Herausforderungen ebenso einen aussichtsreichen Umgang mit Nachhaltigkeitskonflikten zu finden. So ist unter anderem der Ausbau erneuerbarer Energien auf lokaler Ebene immer wieder mit erheblichen Widerständen konfrontiert, obwohl er in bundesweiten Umfragen breite Zustimmung erfährt. Gleiches gilt für die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs in Städten. Einen Beitrag zur Überwindung solcher Konflikte will Armin Bangert mit seinem Dissertationsvorhaben am ITAS leisten.

Die gängige Strategie zur Lösung für Nachhaltigkeitskonflikte setzt auf wissenschaftlich begleitete Entscheidungsanalysen, an denen im Anschluss oder – im Fall von ENavi – unmittelbar auch Betroffene (Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, NGOs etc.) beteiligt sind. Aus dieser Melange von Experteneinschätzungen und gesellschaftlichen Präferenzlagen soll sich in einem gerechten Verfahren eine Handlungsoption als die Vernünftigste hervortun. In solchen Lösungsstrategien schreiben sich jedoch epistemische und normative Unsicherheiten virulent fort, so dass eine breite Akzeptanz der aus dem Prozess hervorgehenden Entscheidungen meist ausbleibt.

Durch das Nachvollziehen zentraler Elemente der auf Aristoteles zurückgehenden Klugheitsethik will Armin Bangert das angedeutete Problemfeld offenlegen und einer aussichtsreichen Lösung zuführen. Sein Ziel ist es, die im Rahmen von ENavi stattfindenden Stakeholderdialoge um ein höherstufiges und allgemeingültiges Orientierungsangebot zu erweitern und damit nicht zuletzt relativistischen Positionen in der Nachhaltigkeitsdebatte entgegenzutreten. (13.12.2017)

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