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Projektstart „Risikoanalyse Notfalldaten-Management“

ITAS unterstützt die Analyse von medizinischen Risiken bei der Einführung des Notfalldaten-Managements (NFDM) auf der elektronischen Gesundheitskarte.
Creative Commons CC0 / mcmurryjulie (pixabay)
Creative Commons CC0 / mcmurryjulie (pixabay)

Das Sozialgesetzbuch V und hier vor allem der § 291a ff. regelt die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und den Aufbau der Telematikinfrastruktur – sowie u.a. auch das Thema Notfalldaten-Management (NFDM) als eine der ersten medizinischen Fachanwendung der eGK. Die Entwicklung von NFDM liegt in den Händen der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (unserem Auftraggeber) – und der Bundesärztekammer als federführendem Gesellschafter.

Mit Einführung des NFDM werden Ärzte (typischerweise der Hausarzt, ggf. auch ein Facharzt oder Krankenhausarzt) auf Wunsch ihres Patienten Notfalldaten aufnehmen und auf dem Chip der elektronischen Gesundheitskarten speichern können – und Ärzte in der Notfallversorgung oder Rettungsdienste werden diese Angaben über ihr Kartenlesegerät einsehen können. Bis dahin aber sind eine ganze Reihe von technischen Voraussetzungen in Einrichtungen des Gesundheitswesens (z. B. Arztpraxen, Krankenhäuser) zu schaffen.

Auf der elektronischen Gesundheitskarte können Patienten zukünftig über die – freiwillige – Anwendung NFDM zwei separate Datensätze ablegen lassen:

  1. notfallrelevante medizinische Informationen (Notfalldatensatz, kurz: NFD) und
  2. Hinweise auf den Ablageort von Willenserklärungen der Versicherten (Datensatz Persönliche Erklärungen, kurz: DPE).

Die gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH bereitet momentan die Erprobung des NFDM vor. In diesem Rahmen führen das IZT und ITAS gemeinsam eine Risikoanalyse NFDM durch.

Diese Risikoanalyse soll eine theoretische Analyse der zukünftigen Fachanwendung NFDM und der mit ihr verbundenen und durch sie beeinflussten Prozesse der Versorgung von Patienten in Notfallsituationen vornehmen. Auf dieser Grundlage sollen unter Hinzuziehung medizinischer Fachexpertise die ggf. bestehenden medizinischen Risiken beim Einsatz der Fachanwendung NFDM in der Notfallversorgung abgeschätzt und beschrieben werden. Weiterhin soll abgeleitet werden, ob und ggf. welche medizinischen Risiken mit welchen Maßnahmen im Rahmen der Erprobung und Evaluation der Fachanwendung NFDM näher untersucht werden sollten. Im Ergebnis soll eine Abschätzung möglich sein, welcher Zeitraum und welche Mengengerüste für das Risikomonitoring anzusetzen sind.

Das Projekt startete am 1. Mai und endet nach etwa 3 Monaten am 5. August. Die Gesamtprojektleitung liegt dabei beim Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinnützige GmbH (IZT). Gefördert wird es von der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH, die auch der Auftraggeber ist. (26.05.2017)

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