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Zielkonflikte der Nachhaltigkeit

In seiner Dissertation entwickelt Marc Dusseldorp eine gänzlich neue Perspektive auf den Umgang mit Zielkonflikten der Nachhaltigkeit. Statt auf Entscheidungs- oder Abwägungsverfahren setzt der ITAS-Forscher auf eine Szenarien basierte Bewertung.
Zielkonflikte der Nachhaltigkeit
Quelle: J.B. Metzler

Nachhaltige Entwicklung ist ein konfliktträchtiger Begriff – zu Recht, denn die Fragen, die in den einschlägigen Debatten verhandelt werden, sind von grundlegender Bedeutung für das gesellschaftliche Zusammenleben. Nicht immer jedoch sind Konflikte um Nachhaltigkeit Zeichen einer fruchtbaren Auseinandersetzung. Dies gilt etwa dann, wenn Nachhaltigkeitsziele als unvereinbar dargestellt werden, obwohl ihre Unvereinbarkeit nicht erwiesen ist, oder wenn nachhaltigkeitsrelevante Entscheidungen als nicht mit argumentativen Mitteln lösbar verstanden werden und so Handlungsblockaden entstehen.

Mit seiner Dissertation möchte Marc Dusseldorp zu einem besseren Verständnis der Problematik von Nachhaltigkeitskonflikten und damit zu einer gelingenden nachhaltigkeitsorientierten Praxis beitragen. Sein Fokus liegt auf der Analyse des am ITAS entwickelten Integrativen Konzepts nachhaltiger Entwicklung (Kurzform als PDF). Dabei rückt der ITAS-Wissenschaftler eine Frage in den Mittelpunkt, die in den bisherigen Arbeiten zur Theorie der Nachhaltigkeit außen vor geblieben ist und die sich zugleich als entscheidend für die Lösung des Zielkonfliktproblems erweist: die Frage, ob Nachhaltigkeitsnormen als (abwägungsfähige) Prinzipien oder als (nicht abwägungsfähige) Regeln verstanden werden müssen.

Akteure, so das Ergebnis, sollten das Nachhaltigkeitsleitbild nicht als Prinzipien-, sondern als Regelsysteme verstehen und anwenden. Dass die gängige Intuition diesem Ergebnis diametral entgegensteht, führt Dusseldorp auf eine Verkettung von Missverständnissen zurück, die vor allem in einer mehrdeutigen Terminologie gründen. So muss zwischen der Bewertung politischer oder technischer Maßnahmen („Welchen Beitrag leisten regenerative Energien zu einer nachhaltigen Entwicklung?“) und Bewertungen des gesellschaftlichen Zustands („Wie ist es um die nachhaltige Entwicklung in Deutschland bestellt?“) klar unterschieden werden. Für die Praxis entwickelt der ITAS-Wissenschaftler in seiner Arbeit ein mehrstufiges Verfahren, das auf der Einbettung der zu bewertenden Maßnahmen in Nachhaltigkeitsszenarien basiert. (31.03.2017)

Bibliographische Angaben

Dusseldorp, Marc
Zielkonflikte der Nachhaltigkeit. Zur Methodologie wissenschaftlicher Nachhaltigkeitsbewertung. Stuttgart: J.B. Metzler 2017
VerlagsinformationenBeschreibung Dissertationsprojekt