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STOA-Projekt zu „Additive Bio-Manufacturing”

Individuell, kostengünstig, passgenau – auch im biomedizinischen Bereich scheinen die Möglichkeiten des 3D-Drucks vielversprechend. Das ITAS koordiniert ein Konsortium, das die neue Technik jetzt im Auftrag des Europäischen Parlaments untersucht.
Handprothese aus dem 3D-Drucker
Eine von vielen bio-AM Anwendungen: individuelle Handprothese aus dem 3D-Drucker. (Quelle: pixabay / CC0 Public Domain)

Die Fertigung individueller, möglichst kostengünstiger Produkte gewinnt im biomedizinischen Bereich immer größere Bedeutung. Daher könnte der Einsatz von 3D-Druck-Verfahren (engl. Additive Manufacturing) gerade in diesem Sektor besonders aussichtsreich sein. Mögliche Anwendungen umfassen nicht nur biologische Implantate wie Organe und Gewebe, sondern auch Nährstoffe, Medikamente und Wirkstoffe sowie deren Transportmechanismen. Denkbar sind auch die passgenaue Fertigung von medizinischen Gerätschaften wie Operationsbesteck und Bohrerführungen bis hin zum Druck individueller Prothesen, Stützgerüste und Exoskelette.

Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten für Additive Manufacturing im biomedizinischen Bereich (bio-AM) sind Gegenstand eines neuen Projekts, das das ITAS im Auftrag des STOA Panels des Europäischen Parlaments durchführt. Internationale Projektpartner sind das Danish Board of Technology (DBT), das Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ITA), das Rathenau Instituut (RI) und Responsible Technology (RT).

Künftige Trends und mögliche Szenarien

Unter Einbeziehung externer Fachleute untersuchen die Forscherinnen und Forscher systematisch den Stand der Technik dieser Anwendungen und damit verbundene regulatorische Fragen. Ein Schwerpunkt liegt auch auf zukünftigen Trends, unter anderem mit einem Fokus auf soziotechnischen Vorstellungen wie Science Fiction und möglichen Verwendungen im Bereich des Human Enhancement – der Leistungssteigerung bzw. „Verbesserung“ des Menschen mit technischen Mitteln.

Darauf aufbauend wird ebenfalls unter Einbeziehung externer Expertinnen und Experten ein 360°-Envisioning-Verfahren durchgeführt. Es ist Bestandteil eines so genannten Foresight-Prozesses und erlaubt vertiefende Studien zu ausgewählten bio-AM-Anwendungen. Den Abschluss bilden Entwürfe zukünftiger Szenarien, die den Mitgliedern des Europaparlaments mögliche Folgen und die politischen Herausforderungen der untersuchten AM-Anwendungen aufzeigen sollen. (08.11.2016)

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