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Neuerscheinung: „Nachhaltigkeit verstehen“

In seinem Buch argumentiert Armin Grunwald, dass vielfältige Bedeutungen von Nachhaltigkeit kein Hindernis für die Umsetzung nachhaltiger Ideen sein müssen. Im Gegenteil: Vielfalt habe als zentraler Bestandteil von Nachhaltigkeit einen Wert in sich.
Cover Nachhaltigkeit verstehen von ITAS-Leiter Armin Grunwald
Quelle: oekom

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit scheint im Großen und Ganzen klar: es geht um die Sicherung der Grundlagen dauerhafter menschlicher Zivilisation auf der Erde. Sobald man jedoch erklären soll, was nachhaltige Entwicklung konkret bedeutet, kommen sehr unterschiedliche Antworten. Der verbreitete Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit macht dann rasch einer Vielfalt der Bedeutungen Platz, die oft nur als Hindernis für Kommunikation und Umsetzung der Idee der Nachhaltigkeit gesehen wird.

Armin Grunwald vertritt in diesem Buch die gegenteilige These: dass nämlich diese Vielfalt der Bedeutungen erstens zentral zur Nachhaltigkeit hinzu gehört und dass sie zweitens einen Wert in sich selbst hat. Nachhaltigkeit braucht Management, geht aber nicht darin auf. Management muss ergänzt werden um Debatten, in denen es auch um grundsätzliche Fragen der Bedeutung nachhaltiger Entwicklung geht. Dieser Schluss, so Grunwald, ergebe sich aus einer Analyse des Entstehens von der Bedeutung der Nachhaltigkeit – nicht, warum Nachhaltigkeit bedeutend ist, sondern was sie bedeutet. Der Weg von der genialen Brundtland-Definition bis hin zu konkreten Forschungs- oder Transformationsprojekten nachhaltiger Entwicklung ist weit. Dieser Weg ist auch ein Weg der Konstruktion von Bedeutung der Nachhaltigkeit – und insoweit diese Konstruktion Relevanz über den jeweiligen Kontext hinaus hat, braucht es, nach Überzeugung des Autors, einen Rückfluss dieser in Praxisbezügen erzeugten Bedeutung auf abstraktere Ebenen der Bedeutung.

Das Arbeiten an der Bedeutung nachhaltiger Entwicklung wird auf diese Weise als ein konstruktiv-hermeneutischer Prozess gedeutet. In Fallstudien wird dieser Prozess nachgezeichnet, so zum Beispiel zum Ökomodernismus, zur Wissensintegration, zur Ökobilanzierung und zu Reallaboren. Dabei zeigt sich, dass Bedeutungszuschreibungen vor allem in den Wechselwirkungen von Theorie und Praxis nachhaltiger Entwicklung zustande kommen. Letztlich, so das Fazit Grunwalds, gehe es darum, diese Vorgänge transparent zu machen, um dadurch den Wert der Vielfalt der Bedeutungen erkennen und nutzen zu können. (02.08.2016)

Bibliographische Angaben
Armin Grunwald
Nachhaltigkeit verstehen, Arbeiten an der Bedeutung nachhaltiger Entwicklung, München oekom verlag 2016, ISBN-13: 978-3-86581-821-8
Weitere Informationen des Verlags