DuPa – Dual Mode Participation: Window of Opportunity for Inclusive Real-World Labs

Projektbeschreibung

Die Maßnahmen zum Schutz vor der Corona-Pandemie, wie Abstand halten und Kontaktreduzierung, begrenzen die Möglichkeit zu Gemeinschaft und Austausch privat, beruflich und auch in der demokratischen Entscheidungsfindung. Gerade partizipative Formate, in denen Konsensbildung sowie Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle spielen, sind von den aktuellen Einschränkungen stark betroffen. Das macht sich auch in der transdisziplinären Reallaborarbeit bemerkbar.

Bislang basiert transdisziplinäre Forschung im Allgemeinen und Reallabore im Besonderen auf der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern auf lokaler Ebene mit einem hohen Maß an persönlicher Interaktion. Durch andauernde Corona-Schutzmaßnahmen, wie Abstand halten und eingeschränktem Zugang zu öffentlichen Räumen, wurde genau dieses lokale „Face-to-Face-Paradigma“ auf den Kopf gestellt und Reallabore können nur eine begrenzte Anzahl von Bürger*innen erreichen. Wie so oft in dieser Pandemie, intensiviert Corona hier bestehende Schwierigkeiten: im Fall von Reallaboren das Wirken über die bereits nachhaltigkeitsaffinen Gruppen („Green Bubble“) hinaus in die breite Bevölkerung.

Neue Beteiligungsformate zur Förderung von Diversität

Genau hier setzt das Projekt „Dual Mode Participation: Window of Opportunity for Inclusive Real-world Labs“ (DuPa) an. Ziel ist es, belastbarere und inklusivere duale Beteiligungsformate (kombinierte digitale und persönliche Formate) zu entwickeln, um einen Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Herausforderung von inklusiveren Nachhaltigkeitsübergängen zu leisten. DuPa verfolgt dabei vier Ziele mit entsprechenden Arbeitspaketen:

O1. Entwicklung von dualen Partizipationsformaten, die die Inklusivität von Reallaboren fördern.

O2. Implementierung der dualen Beteiligungsformate in Reallaboren.

O3. Evaluation der dualen Formate, insbesondere bzgl. der Diversität der Teilnehmer*innen.

O4. Diskussion der Ergebnisse mit Reallaboren in Deutschland und international.

Realexperiment mit neuen Beteiligungsformaten gestartet

Die neuen Beteiligungsformate werden im Reallabor Quartier Zukunft in der laufenden Projektarbeit getestet. Aktuell etwa im neu gestarteten Realexperiment „Dein BalkonNetz – Energie schafft Gemeinschaft“. Das Projekt verteilt Balkonmodule (kleine Solaranlagen) an 22 interessierte Bürgerinnen und Bürger, um gemeinsam mit ihnen ein inklusives Netzwerk für Solarstrom aufzubauen. Vor diesem Hintergrund wird ein digitales Netzwerk (in Form eines Forums) etabliert, welches für aktuelle und auch zukünftige duale Beteiligungsformate im Bereich der Nachhaltigkeit dienen kann. Es ist gerade dieser Übergang zwischen Präsenzveranstaltungen und digitalem Austausch, der die Grundlage für die weitere Entwicklung und Beforschung von dualen Partizipationsmodellen bildet.

Diversität in Reallaboren weiter stärken

Neben eigenen Realexperimenten sammelt das Projekt auch Best-Practice-Beispiele und entwickelt diese im Austausch mit anderen Forschenden weiter, u. a. im mitgegründeten Netzwerk Reallabore. Durch den stetigen Austausch soll eine große nationale und internationale Reichweite erreicht, sowie die Inklusivität verschiedener Reallaboraktivitäten erhöht werden. So identifiziert und entwickelt DuPa alternative Beteiligungsformate, die das gängiges Narrativ der Reallabore, nämlich, dass diese nur in Präsenz vor Ort Wirkung entfalten können, hinterfragen und ergänzen und so die Diversität in Reallaboren erhöhen möchten.

Kontakt

Dr. Paula Maria Bögel
Karlsruher Institut für Technology (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-24553
E-Mail