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Machbarkeitsstudie Klimaneutrales Karlsruhe 2050

Machbarkeitsstudie Klimaneutrales Karlsruhe 2050
Projektteam:

Stelzer, Volker (Projektleitung)

Förderung:

Stadt Karlsruhe / Umwelt- und Arbeitsschutz

Starttermin:

2011

Endtermin:

2011

Projektpartner:

Projektkonsortium: Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK, Projektleitung), Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES), Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit folgenden Institutionen: Institut für Technikfolgenabschätzung (ITAS), Deutsch-Französisches Institut für Umweltforschung (DFIU)

Forschungsbereich:

Nachhaltigkeit und Umwelt

Beschreibung des Projekts

Rahmenbedingungen

Karlsruhe liegt in einer der wärmsten Regionen Deutschlands und ist dadurch für die Auswirkungen des Klimawandels besonders anfällig. Bereits heute beträgt der Temperaturanstieg in Karlsruhe rund 1,3 Grad Celsius, in ganz Deutschland rund 1 Grad. Bis zum Ende des Jahrhunderts haben Klimamodelle eine mittlere Erhöhung für den Süden Deutschlands von 3,6 Grad errechnet. Dies würde nicht nur zu hohen Anpassungskosten führen (z. B. durch Klimatisierung der Gebäude), sondern dazu, dass die Umwelt in Karlsruhe nicht mehr mit der heutigen vergleichbar sein wird. Um die Folgen des Klimawandels noch beherrschbar zu halten, müssen die Industriestaaten auf kommunaler und nationaler Ebene heute aktiveren Klimaschutz leisten und unsere CO2-Emissionen bis 2050 um mindestens 80 % senken.

Mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept für Karlsruhe wurden 2009 vom Stadtrat Klimaschutzziele festgelegt. Danach sollen der Energiebedarfs und die CO2-Emissionen um jährlich 2 % reduziert sowie der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch verdoppelt werden. Der Zeithorizont dieser als 2-2-2-Formel bezeichneten Ziele und der begleitenden Maßnahmen reicht bis 2020.

Inhalt und Ziele der Machbarkeitsstudie

Einen größeren Zeithorizont bis 2050 hat die Studie, die jetzt im Rahmen des Wettbewerbs "Klimaneutrale Kommune" des Umweltministeriums des Landes Baden-Württemberg erstellt wird. Sie entwickelt Strategien und Handlungsempfehlungen für Karlsruhe, die zu einer drastischen Reduktion der CO2-Emissionen und damit zum Ziel einer klimaneutralen Stadt Karlsruhe führen. Unter "klimaneutral" wird eine jährliche CO2-Emission von höchstens zwei Tonnen pro Kopf und Jahr der Bevölkerung verstanden. Mit dieser Grenze, übertragen auf die gesamte Weltbevölkerung, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der globale Temperaturanstieg auf 2 Grad begrenzt werden kann, sofern dieses Gerechtigkeitsziel deutlich vor dem Jahre 2050 erreicht wird.

Die Strategieansätze und Handlungskataloge werden technische und organisatorische Maßnahmen umfassen, die für die Betroffenen möglichst kosteneffizient und akzeptabel sind. Betrachtet werden dabei die Bereiche Mobilität, private Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, verarbeitendes Gewerbe/Industrie sowie Energieerzeugung und -bereitstellung.

Strategien und Maßnahmen werden auf der Grundlage von drei Szenarien untersucht, je nachdem, ob die klimapolitische und gesellschaftliche Entwicklung in den Industrie- und Schwellenländern engagierter oder zögerlicher voranschreitet.

Methodik der Studie

Die Stadt Karlsruhe hat die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) mit der Erstellung der Studie beauftragt, die wiederum renommierte Wissenschaftler und Experten hinzugezogen hat. Neben der wissenschaftlichen Analyse sollen auch die betroffenen Akteursgruppen und Praktiker die Möglichkeit erhalten, ihre Vorstellungen einzubringen. Daher werden in fünf Workshops die Handlungsfelder und möglichen Leitprojekte diskutiert und bewertet, um einen möglichst breiten Konsens auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft Karlsruhes zu schaffen.

Aufgabe von ITAS

ITAS erstellt die Rahmenszenarien. Ausgangspunkt hierzu bildet ein Referenz-Szenario, das den derzeitigen Zustand im Bereich Energienutzung sowie Energie- und Klimapolitik weltweit, in der EU, in der Bundesrepublik, im Land Baden-Württemberg sowie in der Stadt Karlsruhe fortschreibt. Hiervon differenzierend werden zwei weitere Pfade möglicher Entwicklungen der äußeren Rahmenbedingungen aufgezeigt. Faktoren, die in den Szenarien berücksichtigt werden, sind z.B. die Entwicklung der Verfügbarkeit der Energierohstoffe und der Energiepreise sowie technologische Entwicklungen der Energienutzung und -umwandlung. Innerhalb der insgesamt drei Szenarien wird eine große Bandbreite der möglichen Entwicklung abgebildet.

Darüber hinaus ist ITAS in die Entwicklung der Strategieansätze zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes der Stadt Karlsruhe eingebunden.

Das Abschlussdokument und andere Informationen finden Sie auf karlsruhe.de zum Download.

Publikationen

Kontakt

Dr. Volker Stelzer
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-23474
E-Mail