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STOA-Projekt: Alternative Antriebstechnologien im Straßen- und Luftverkehr

STOA-Projekt: Alternative Antriebstechnologien im Straßen- und Luftverkehr
Projektteam:

Fleischer, Torsten (Projektleitung); Jens Schippl

Förderung:

STOA (The Science Technology Options Assessment Panel of the European Parliament)

Starttermin:

2006

Endtermin:

2007

Forschungsbereich:

Innovationsprozesse und Technikfolgen

Beschreibung des Projekts

Das Projekt zielt darauf ab, einen fundierten aber übersichtlichen und gut verständlichen Katalog von alternativen Antriebstechnologien für den Straßen- und Luftverkehr zu erstellen.

Technikfolgenabschätzung im Energiesektor ist seit vielen Jahren Gegenstand zahlreicher Studien, die ganz unterschiedliche Aspekte ausleuchten, wie z.B. Energiesicherheit, Klimaschutz, technische Herausforderungen, ökonomische Fragen oder politische Gesichtspunkte. Die Varianz im Hinblick auf Untersuchungstiefe- bzw. breite, zeitliche Dimension oder geographisch-räumlichem Fokus ist dementsprechend groß. Was aber oft fehlt sind fundierte Studien die übersichtlich sowie auch für Nicht-Experten leicht verständlich sind; die gleichzeitig auf objektiver Basis politische Handlungsoptionen aufzeigen, mit Fokus auf die gesamte EU und nicht nur auf einzelne Nationalstaaten.

Trotz vieler politischer Initiativen steigen im Verkehrsbereich der Energiebedarf ebenso wie die Emissionen von Treibhausgasen mit alarmierender Geschwindigkeit - das gilt besonders für den Straßen- und den Luftverkehr. Jüngste Schwankungen des Ölpreises sowie die zum Teil damit zusammen hängenden politischen Instabilitäten in wichtigen Öl-exportierenden Ländern haben - erneut - die extreme Ölabhängigkeit gerade des Verkehrssektors ins öffentliche und politische Bewusstsein gerückt. Eine Möglichkeit dieser Ölabhängigkeit entgegen zu wirken ist die Entwicklung alternativer, nicht öl-basierter Treibstoffe und Antriebstechnologien. Eine große Bandbreite solcher Technologien wird seit längerem besonders für den Straßenverkehr aber auch für die Luftfahrt erforscht. Zum Teil wurde dabei inzwischen Marktreife erreicht (Biodiesel, Erdgas, Hybridantriebe). Im Hinblick auf die Potentiale der einzelnen Technologien bzw. ihrer Kombinationen gehen die Meinungen der Experten aber oft auseinander. Typisches Beispiel ist der Wasserstoff, der von den einen als Energieträger der Zukunft und von anderen als kostspielige Sackgasse angesehen wird. So ist es aus heutiger Sicht nicht klar absehbar, mit welchen Kraftstoffen und Technologien der Verkehr in Europe in der 2'ten Hälfte unseres Jahrhunderts bewegt wird.

Nun gibt es bereits eine große Zahl von Publikationen und Studien zu alternativen Antriebstechnologien, die allerdings gewöhnlich nur bestimmte Technologien behandeln und entweder zu technisch-spezifisch oder, oft aufgrund kommerzieller oder auch politischer Interessen, zu vereinfachend bzw. oberflächlich angelegt sind. Gleichzeitig ist die Vergleichbarkeit in der Regel stark eingeschränkt. Es gibt deshalb einen Bedarf an fundierten und gut strukturierten Übersichtarbeiten in diesem komplexen Technikfeld, um entsprechende politische Entscheidungsprozesse sinnvoll zu unterstützen. Dies setzt einen integrativen Ansatz voraus, denn unterschiedliche Treibstoffe (Biodiesel, Ethanol, Methanol, Erdgas, Wasserstoff, Biogas, Kerosin etc) können über unterschiedliche Pfade von fossilen, regenerativen und nuklearen Quellen gewonnen werden und in unterschiedlichen Antriebssystemen (z.B. konventionelle Diesel oder Otto-Motoren, Brennstoffzellen, Hybridantriebe, Elektroantriebe im Straßenverkehr oder Gasturbinen im Luftverkehr) verwendet werden. Dies führt wiederum zu unterschiedlichsten Anforderungen an die Fahrzeugtechnik und vor allem auch an die Infrastruktur.

Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, einen fundierten aber übersichtlichen und gut verständlichen Katalog von alternativen Antriebstechnologien für den Straßen- und Luftverkehr zu erstellen. Methodisch wird dabei auf die umfangreiche Literatur zurückgegriffen. Zudem werden strukturierte Fachgespräche mit Experten aus Wissenschaft, Industrie und Stakeholder-Institutionen durchgeführt. Relevante technische Optionen werden beschrieben und im Hinblick auf ihre ökonomischen Perspektiven sowie auf ihr Potential zur Reduktion von Ölverbrauch und Treibhausgasen diskutiert.

Publikationen

Kontakt

Dipl.-Phys. Torsten Fleischer
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-24571
E-Mail