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Hoch hinaus in Baden-Württemberg – Über die Machbarkeit, Chancen und Hemmnisse urbaner Luftseilbahnen in Baden-Württemberg

Hoch hinaus in Baden-Württemberg – Über die Machbarkeit, Chancen und Hemmnisse urbaner Luftseilbahnen in Baden-Württemberg
Projektteam:

Puhe, Maike (Projektleitung); Max Reichenbach

Förderung:

Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg

Starttermin:

2016

Endtermin:

2017

Projektpartner:

KIT: Institut für Verkehrswesen (IfV)

Forschungsbereich:

Innovationsprozesse und Technikfolgen

Projektbeschreibung

Seit einigen Jahren diskutieren Verkehrsexperten und Stadtplaner immer wieder über den Einsatz von Luftseilbahnen zur Lösung spezifischer innerstädtischer Verkehrsprobleme und als Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität. Weltweit gibt es Beispiele dafür, dass der Erlebniswert von Luftseilbahnen und die potenziellen Reisezeitverkürzungen den Fahrgästen einen Anreiz zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bieten. Luftseilbahnen lassen sich außerdem in den bestehenden ÖPNV integrieren und die Kabinen können problemlos so konzipiert werden, dass sie Barrierefreiheit und Fahrradmitnahme ermöglichen. Sie sind sparsam im Flächenverbrauch und tragen zu einer Minderung der CO2‐ und Luftschadstoffemissionen des Verkehrssektors und einer Verringerung der Lärmbelastung bei. Weiterhin sind in vielen deutschen Großstädten die Kapazitäten des ÖPNV in der Spitzenstunde am Limit. Luftseilbahnen können dort mit vergleichsweise geringerem Aufwand zusätzliche Kapazitäten bereitstellen. Während in anderen Weltregionen die Luftseilbahn als Ergänzung des innerstädtischen Nahverkehrs bereits etabliert ist (Bsp. Kolumbien, Bolivien), bleibt es in Deutschland bisher oft bei der Idee.

In den letzten Jahren hat sich die Anzahl dieser Projektideen zwar deutlich erhöht, die meisten dieser Vorhaben sind jedoch bisher gescheitert. Trotz technisch voll ausgereifter Systeme stoßen neue Projekte in Deutschland teilweise auf erhebliche Widerstände in der Bevölkerung und unter professionellen Akteuren, die eine Realisierung derartiger Vorhaben verhindern. Dabei scheint es weniger um quantifizierbare Faktoren zu gehen, sondern vielmehr darum, sich gegen etablierte Vorstellungen und Routinen durchsetzen zu müssen.

Der Anstieg der Projektideen und deren bisheriger Verlauf lassen vermuten, dass im Falle von Seilbahnen ein erheblicher Bedarf besteht, diesen Prozess mit wissenschaftlichen Mitteln zu begleiten und zu analysieren.

Im vorliegenden Projekt sollen in einem ersten Schritt sowohl gescheiterte als auch realisierte Vorhaben in Deutschland untersucht werden. In Experteninterviews werden die Rahmenbedingungen identifiziert, die zum Gelingen oder Scheitern beigetragen haben. Die aus diesen Interviews gewonnenen Erkenntnisse dienen dazu, drei Untersuchungsräume in Baden-Württemberg zu identifizieren, die sich potenziell für Seilbahnlösungen anbieten würden. Um konkrete Widerstände und Hemmnisse über die technische Realisierbarkeit hinaus besser verstehen zu können, werden alle drei Untersuchungsräume qualitativ untersucht. Erwartungen und Bedenken werden sowohl in Workshops mit professionellen Akteuren als auch in Fokusgruppen mit Bürgern identifiziert und diskutiert. Zusätzlich werden mithilfe eines mikroskopischen Verkehrsmodells die anzunehmenden Wirkungen einer Luftseilbahn in einem der Untersuchungsräume quantitativ analysiert, um gesamtökonomische und ökologische Bewertungen potenzieller Luftseilbahnen vorzunehmen.

Publikationen

Kontakt

Dipl.-Geogr. Maike Puhe
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Postfach 3640
76021 Karlsruhe

Tel.: 0721 608-26487
E-Mail