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ITAS-Kolloquium 2019

ITAS-Kolloquium 2019
type of event:

Vortragsreihe

place:

ITAS, Karlstrasse 11, 76133 Karlsruhe, Raum 418

date:

2019

Montag, 02. Dezember 2019, 14:00 Uhr

Prof. Dr.-Ing. Barbara Deml / Institut für Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation, KIT

Montag, 11. November 2019, 14:00 Uhr

PD Dr. Jessica Heesen / Universität Tübingen

Medienethik in einer datafizierten Gesellschaft

Der Vortrag wirft mit den Themen Meinungsäußerungsfreiheit und Überwachung ein Licht auf aktuelle Themenstellungen der Medienethik. Es werden aktuelle Fallbeispiele vorgestellt und systematisch eingeordnet; im Anschluss werden Instrumente für die Regulierung der Online-Kommunikation diskutiert.

Montag, 28. Oktober 2019, 14:00 Uhr

Dr. Bettina-Johanna Krings / ITAS, KIT

Resonanzverhältnisse? Menschen im Spiegel ihrer Technik

Die Technisierung der Welt schreitet weiter voran und das Nachdenken über das Verhältnis der Menschen zu ihrer Technik hat derzeit wieder Hochkonjunktur. Die Vielfalt dieses Nachdenkens ist im Laufe der Jahrhunderte fast unübersichtlich geworden, gleichzeitig weisen diese Reflexionen immer und immer wieder auf grundsätzliche Fragen nach dem Wesen des Menschseins in diesem Verhältnis hin. Anknüpfend an diese Beobachtungen geht der Vortrag der Frage nach, wie sehr sich technische Umgebungen auf die Identitätsentwicklung von Menschen auswirken, die einerseits noch immer soziale (kollektive) Zuschreibungen prägen und andererseits, im eigenen Erleben der Menschen, häufig wenig reflektiert werden. Inwiefern verändert der Umgang mit Technologien im Alltagserleben und im Beruf unsere Identität? Wie nehmen wir uns im Spiegel der Technik wahr und umgekehrt wie nehmen wir Technologien im Spiegel unseres Selbst wahr?

Um diese Fragen reflexiv zu erörtern, wird die Theorie der Resonanz (Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung, Berlin: Suhrkamp), die der Soziologe Hartmut Rosa im Jahre 2016 vorgestellt hat, als instruktiver Ansatz vorgestellt. Dieser Ansatz ist, nach Rosa, angetreten, um die „Qualität der Weltbeziehung“ (ebda, S. 19) in der Moderne, also die Art und Weise, wie Menschen Welt erfahren und sie sich aneignen, kritisch zu erkunden. Dieses Anliegen, so die These des Vortrags, scheint auch für TA relevant zu sein, da Weltbeziehung und Weltaneignung zunehmend mehr technisch vermittelt werden. Vor diesem Hintergrund könnte der Ansatz der Resonanz für weiterführende Fragestellungen zum Verhältnis von Mensch und Technik fruchtbar gemacht werden.

Montag, 09. September 2019, 14:00 Uhr (Gastvortrag)

Dr. Isabel Kusche / EURIAS Junior Fellow, University of Edinburgh, IASH ideas grow

Politisches Mikrotargeting – Eine Gefahr für die Demokratie?

Anfang 2018 hat der Skandal um das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica erstmals eine größere Öffentlichkeit mit den Möglichkeiten zielgruppenspezifischer politischer Online-Werbung (Mikrotargeting) bekannt gemacht. Formal betrachtet bestand der Skandal in einem massiven Verstoß gegen den Datenschutz auf Seiten von Facebook, der es Cambridge Analytica ermöglicht hatte, die Daten von über 80 Millionen Facebook-Profilen ohne Einwilligung der betroffenen Personen zu verarbeiten. Das große öffentliche Interesse ergab sich aber eher daraus, dass Cambridge Analytica sowohl für die Wahlkampagne von Donald Trump als auch für die Leave-Kampagne vor dem Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU gearbeitet hatte. Der Skandal warf für viele daher die Frage auf, welches Manipulationspotential in der Praxis des Mikrotargeting steckt und ob es die Integrität demokratischer Prozesse untergraben könnte. Der Vortrag wird sich mit dieser Frage beschäftigen und dabei insbesondere auf das Problem der sogenannten ‚Dark Ads’ eingehen. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, dass die konkrete Ausgestaltung institutioneller Regeln mitentscheidend dafür ist, wie problematisch politisches Mikrotargeting langfristig für die Demokratie sein wird.

Montag, 22. Juli 2019, 14:00 Uhr

Prof. Dr. Reinhard Loske / Präsident; Professur für Nachhaltigkeit und Gesellschaftsgestaltung Cusanus Hochschule staatlich anerkannte Hochschule in freier Trägerschaft

Die Klimablindheit der Wirtschaftswissenschaften überwinden. Warum die Ökonomik eine nachhaltigkeitsorientierte Runderneuerung braucht

Vor dem Hintergrund der großen Krisen unserer Zeit, dem Klimawandel, dem Schwund an biologischer Vielfalt, der Zunahme sozialer Disparitäten und dem ausser Kontrolle geratenen Finanzsystem, ist es berechtigt, dem Hauptstrom der Wirtschaftswissenschaften heute ein echtes Relevanzproblem zu attestieren.

Zu keiner dieser Herausforderungen hält die neoklassische Mainstream-Ökonomik überzeugende Antworten bereit, im Gegenteil wird eisern an Postulaten festgehalten, die zur weiteren Verschärfung dieser Krisenphänomene führen. Die Frage, die die Queen 2008 den versammelten Volkswirten der London School of Economics stellte, warum niemand von ihnen die Finanzkrise habe kommen sehen, lässt sich in gleicher Weise auf den Klimawandel und die Zerstörung der biologischen Vielfalt übertragen: Warum wird im Hauptstrom der Wirtschaftswissenschaften nicht gesehen, dass ihre formalisierten und mathematisierten Theoriekonstrukte (vom „homo oeconomicus“ über die abgrundtiefe Skepsis gegenüber kooperativen Wirtschaftsweisen bis zur Annahme einer prinzipiellen Substituierbarkeit von „Naturkapital“ durch menschgemachtes Kapital) und ihre praktischen Empfehlungen (von der grenzenlosen Wachstumsorientierung über die Idealisierung des Wettbewerbs bis zur immer weiteren Vertiefung der globalen Arbeitsteilung) im krassen Widerspruch zu den Anforderungen der Nachhaltigkeit stehen?

Dass nun die CO2-Bepreisung auch in neoklassischen Ökonomenkreisen eine gewisse Wertschätzung erfährt, weil der Klimawandel nicht länger zu ignorieren ist, mag man als kleines Hoffnungszeichen sehen. Weil aber wiederum so getan wird, als sei Klimaschutz nur eine Frage der richtigen Preisrelationen und alles problemlos in die ökonomischen Modelle integrierbar, wird die Illusion geschürt, systemische Transformationen seien nicht wirklich nötig, wenn nur die ökonomischen Anreize richtig gesetzt würden.

Der Vortrag bleibt aber nicht bei Analyse und Kritik stehen, sondern diskutiert auch Vorschläge für eine Reform der Wirtschaftswissenschaften und des Wirtschaftssystems.

Montag, 24. Juni 2019, 14:00 Uhr

PD Dr. Jan-Felix Schrape / Universität Stuttgart, Institut für Sozialwissenschaften

Technik und das Versprechen der Dezentralisierung

Mit der Digitalisierung geht seit jeher das Versprechen einer technikbeförderten Dezentralisierung gesellschaftlicher Verhältnisse einher. Obgleich die jeweils konkreten Erwartungen von den empirischen Entwicklungen regelmäßig enttäuscht worden sind, erweist sich das dahinterliegende allgemeine Zukunftsbild als erstaunlich stabil. Der Vortrag verfolgt das Ziel, die Werdungsgeschichte der Idee einer Dezentralisierung sozioökonomischer Strukturen durch Technik zu rekonstruieren – von der Do-it-yourself-Szene der 1960er-Jahre über die Counter-Computer-Kultur und die Debatten um das Web (2.0) bis hin zu aktuellen Ideen distribuierter Wirtschaftsweisen. Daran anknüpfend werden die argumentativen Grundmuster und kommunikativen Funktionen technikorientierter Dezentralisierungsthesen herausgearbeitet.

Montag, 27. Mai 2019, 14:00 Uhr

Prof. Dr. Hannes Hartenstein / Institut für Telematik, KIT

Aus der Blockchain-Küche: allerlei Zutaten und Geschmacksrichtungen, eine Essenz

Nach einer kurzen Einführung in Blockchain-Konzepte berichte ich aus drei aktuellen Forschungsarbeiten. Dabei geht es zuerst um das Bitcoin-Netz, welches meine Forschungsgruppe seit 2015 kontinuierlich beobachtet (siehe auch https://dsn.tm.kit.edu/bitcoin/). Zum Zweiten stelle ich dar, wie eine Blockchain – in diesem Falle Ethereum – allgemein für Zugriffskontrolle verwendet werden kann. Zum Dritten zeige ich, wie mittels sogenannter Trusted Execution Environments Zahlungsdienste an Blockchainsysteme gekoppelt werden können, die sich der unberechtigten Manipulation durch Menschen entziehen sollen.

Montag, 29. April 2019, 14:00 Uhr

Prof. Dr. Christian Seidel / Institut für Technikzukünfte, KIT

Technik und Tugend: Zu den Grundlagen ethischer Technikreflexiony

An verschiedenen Stellen der ethischen Technikreflexion spielen Tugenden und tugendbasierte Erwägungen eine Rolle. So sollen WissenschaftlerInnen bei der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien (und bei der Verbreitung ihrer Forschungsergebnisse) z.B. redlich, aufrichtig oder umsichtig sein; und einige Technikzukünfte (z.B. bestimmte Formen des Enhancement oder Großtechnik-Projekte) können ein Unbehagen auslösen, das sich in bestimmten tugendbasierten Vorwürfen wie dem der Vermessenheit, der Arroganz oder der Hybris äußert.

In diesem Vortrag möchte ich ein wenig begriffliche und normative Grundlagenarbeit für diese Art der ethischen Technikreflexion leisten. Dazu werde ich (am Beispiel der Hybris) etwas genauer untersuchen, wie tugendbasierte Erwägungen in der ethischen Technikreflexion funktionieren und welchen Adäquatheitskriterien sie unterliegen. Auf diese Weise soll die Reichweite und Leistungsfähigkeit der tugendbasierten ethischen Technikreflexion (exemplarisch) ausgelotet werden.

Donnerstag, 11. April 2019, 11:30 Uhr (Gastvortrag)

Dr. Johannes Halbe / Universität Osnabrück

Resiliente Regionen durch die Ko-Transformation von Versorgungssystemen

Die Lösung globaler Umweltprobleme erfordert eine tiefgreifende gesellschaftliche Transformation. Insbesondere regionale Versorgungssysteme versprechen im Vergleich zu internationalen Wertschöpfungsketten eine größere Resilienz und Steuerbarkeit, werden jedoch bisher kaum strategisch gefördert und entwickelt. Es existieren bereits vielfältige Innovationen, um die Nahrungs-, Energie- und Wasserversorgung regionaler zu gestalten. Doch wie können einzelne Innovationen zu einer umfassenden Vision für regionale Versorgungssysteme kombiniert werden? Und wie kann eine Regionalentwicklung gestaltet werden, in der regionale Wertschöpfung sowie die Potentiale und Fertigkeiten von regionalen Akteuren aktiv gefördert werden?

In diesem Vortrag werden Ideen vorgestellt, wie diese Fragestellungen im Rahmen einer Nachwuchsforschergruppe am ITAS bearbeitet werden können. In einem transdisziplinären Forschungsprozess sollen Zukunftsvisionen für regionale Wasser-, Energie- und Nahrungssysteme entwickelt werden, in denen Synergien zwischen multiplen Skalen (lokal bis global) genutzt werden. In der Erstellung der Zukunftsvisionen werden bestehende technische, soziale und natur-basierte Innovationen berücksichtigt und systematisch kombiniert. Dabei sollen Synergien und Zielkonflikte explizit berücksichtigt werden. Als eine Schlüsselmethode kommt hier die Visionsmodellierung zum Einsatz, wodurch Visionen auf ihre Kohärenz und Plausibilität überprüft werden können. Zur Generierung von Transformationswissen werden Faktoren und Interaktionskontexte untersucht, die die Implementierung der identifizierten Innovationen fördern. Dies fließt in die Gestaltung eines Konzepts für eine resiliente Regionalentwicklung ein, in der wirtschaftliche, soziale und ökologische Potentiale in einer Region strategisch entwickelt werden.

Montag, 01. April 2019, 14:00 Uhr

Prof. Dr. Diego Compagna / Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften, Hochschule für angewandte Wissenschaften München

„… also wir spielen da ein bisschen Gott…“ Soziale Robotik und die Ethnomethoden zur Herstellung von Menschen als soziale Akteure

Im Zentrum eines aktuellen Forschungsvorhabens steht die Eruierung einer ‚speziellen‘ Ethnomethodologie moderner Gesellschaften zur Herstellung von „Menschen“ als (einzige) legitime soziale Akteure. Insbesondere die Rolle der Technik- und Lebenswissenschaften eignen sich für eine empirische Untersuchung. In diesem Zusammenhang sind neben der Feldforschung in Deutschland auch einige Forschungsaufenthalte in Japan geplant. Die in Japan erhobene Empirie soll komparatistisch- kontrastierend zu den in Deutschland erhobenen Daten ins Verhältnis gesetzt werden.

Das empirische Feld, an dem ich versuche die Ethnomethoden eines für moderne Gesellschaften typischen „manufacturing humans“ herauszuarbeiten, ist das der ‚social robotic‘, der ‚wearables‘ und so genannter ‚smart environments‘. Im Forschungsfeld der smart environments kreuzen sich die Aktivitäten und Zielsetzungen der anderen zwei Felder, da in einer ‚intelligenten‘ bzw. ‚algorithmisch durchsetzten‘ Umwelt die rein technischen Artefakte (Roboter) und die am Menschen angebrachten Sensoren (wearables) ausgelesen, ausgewertet und zueinander kompatibel gemacht werden.

Obschon die Grenzen zwischen dem organisch-körperlichen, dem intentional-geistigen und dem mechanisch-technischen sowie maschinenhaft-algorithmischen de facto ununterscheidbar ineinanderfließen, werden die Grenzen umso vehementer durch entsprechende Diskurse aufrechterhalten.

Wie wird das genau bewerkstelligt (Praxis)? Welche wissenschaftsinhärenten Gründe könnte es hierfür geben (Epistemologie)? Was steht auf dem Spiel, wenn die diesbezüglichen Grenzen einstürzen (Politik/Macht)? Kurzum: Wer sind die Verlierer und wer die Gewinner einer kontrafaktischen Aufrechterhaltung einer Grenze zwischen ‚natürlichen‘ Menschen und ‚artifizieller‘ Technik? Und schließlich: Auf welch eigentümliche Weise sind in dieser Hinsicht wissenschaftliche Vorgehensweisen und gesellschaftliche Interessen ineinander verwoben ohne es voneinander zu wissen?

Montag, 11. März 2019, 14:00 Uhr

Prof. Dr. Klemens Böhm / Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation, KIT

„Fake News? Fake Explanations! Überlegungen zur Nachvollziehbarkeit algorithmischer Entscheidungen“

Algorithmen fällen zunehmend wichtige Entscheidungen, z. B. ob jemand einen Kredit bekommt, oder (in den USA) ob jemand ins Gefängnis muss.

Ein wichtiger Aspekt ist die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen bzw. die Interpretierbarkeit der zugrunde liegenden Modelle. Denn eine Annahme ist, dass wir uns besser behandelt/informierter fühlen, wenn wir z. B. gesagt bekommen, warum wir den Kredit nicht bekommen, als wenn wir als Kreditnehmer einfach nur abgewiesen werden ohne Begründung.

Es gibt in der Informatik-Literatur erste Bemühungen zusammenzutragen, was Interpretierbarkeit bedeuten könnte; diese Bemühungen sind aber noch nicht zielführend. In meinem Vortrag werde ich das besprechen, sagen, warum es nicht ausreicht, eigene Vorarbeiten in diesem Zusammenhang vorstellen und mögliche offene Forschungsfragen ansprechen.

Montag, 18. Februar 2019, 14:00 Uhr

Dr. Sybille Heidenreich / ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale, Büro für Umweltstudien und Kultur Heidenreich

Das ökologische Auge. Landschaftsmalerei im Spiegel nachhaltiger Entwicklung

Viele Bilder aus der europäischen Landschaftsmalerei haben sich im kulturellen Gedächtnis festgesetzt. Sie prägen unser Bild einer lieblichen Landschaft, eines stimmungsvollen Fernblicks oder eines wilden Waldes bis heute.

Entsprechend empfindlich können Reaktionen sein, wenn hier Störungen auftreten, etwa durch die sichtbaren Zeichen der Industrialisierung und Rationalisierung. Die Geschichte der Malerei ist von daher auch eine Geschichte der Ansichten von der Natur und eine Geschichte der Umwelt. Methodisch liefert der literaturwissenschaftliche Ansatz des Ecocriticism eine Perspektive, aus der die Bilder mit dem „ökologischen Auge“ neu lesbar werden. Der Vortrag verfolgt diese Linie an Bildbeispielen von Roelant Savery, Caspar David Friedrich, Emile Meunier und Wassily Kandinsky.

Schon früh zeigen sich Spuren von Umweltentwicklungen, die heute zu massiven Problemen geworden sind. Und ebenso zeigen sich in den Bildern die Imaginationen einer unberührten Schönheit, die immer wieder aufleben können. Die Landschaft wird so Projektionsraum von Einstellungen, Ideen und Träumen. Und wie sich in der künstlerischen Verarbeitung der Bilder die jeweilige Einstellung zur Natur spiegelt, so lassen sich auch Folgerungen für den Umgang mit Technik ablesen.

Ging es den Künstlern lange um einen schöpferischen Wettstreit mit der Natur, so tritt in der Romantik das schaffende und deutende Subjekt gleichwertig in Korrespondenz zur Natur. Mit der Moderne dominieren auf allen Ebenen die menschliche Aktivität und Kreativität.

Heute entstehen „Energielandschaften“, etwa durch Windkraftanlagen oder Solarfelder, die die Landschaft erneut deutlich verändern. Was bedeutet das für die Natur und unser Bild von ihr?

Dienstag, 05. Februar 2019, 10:00 Uhr (Gastvortrag)

Prof. Javier José Toro Calderón, National University of Colombia / UNAL · Instituto de Estudios Ambientales - IDEA (Bogotá)

Colombian environment conflicts and rural development

In Colombia as in other places, there exist various divisions of territories, what usually implies a clash between the different actors in terms of how natural and social spaces should be managed. This gives way to social conflict relating controversies regarding the access, use, distribution, control availability, and quality of the resources provided by the natural environment, which is known as environmental conflict. In this presentation, different cases in which there have been environmental conflicts are introduced, as examples of the Colombian reality regarding these situations so that their principal characteristics and particularities can be identified.

Montag, 21. Januar 2019, 14:00 Uhr

Prof. Dr. Wolfgang Krohn / Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT), Universität Bielefeld

Das transdisziplinäre Projekt – Gestaltungsarbeit, Übertragbarkeit, Verallgemeinerung. Ein Diskussionsbeitrag

Transdisziplinäre Forschung ist überwiegend eingebunden in Projekte, die in einer vorgegebenen sozialen Umgebung eine konkrete Problemlösung erarbeiten. Der dafür einschlägige Code ist der von Gelingen und Misslingen. So zentral diese Orientierung am einzelnen Fall ist, so stellt sich aus wissenschaftlicher Perspektive die Frage, wie man von ihm zur Übertragung auf andere Fälle und zu einem verallgemeinerten Erkenntnisgewinn gelangen kann. Die im Vortrag entwickelte Thesen lautet, dass zwar der Standardweg der disziplinären Wissenschaften über Wiederholung und Variation die Wissensbasis zu analysieren und zu festigen, versperrt ist, dass jedoch Möglichkeiten bestehen, über Modifikation und Imitation von erfolgreichen Projekten Expertise zu gewinnen und in Kompetenznetzwerken verfügbar zu machen.

Dienstag, 15. Januar 2019, 11:00 Uhr (Gastvortrag)

Prof. Dr. Clark Miller / Center for Energy and Society, Arizona State University

Eradicating Poverty through Energy Innovation

Energy is a critical enabling technology for social and economic development. To advance beneficial sustainable development outcomes across a wide range of indicators, energy projects must be designed in ways that empower users to translate energy access into the creation of social and economic value. Similarly, energy projects must create the necessary organizational, financial, ownership, policy, and innovation infrastructures necessary to support the imagination, design, implementation, operation, repair, and scaling of energy systems and to ensure that the benefits, costs, and risks of energy innovation add up to positive and accelerating impacts over time for local communities. All of this requires careful and systematic attention to the socioeconomic and socio-technical design of energy technologies, projects, policies, and investments. This talk will provide an overview of a multi-level framework developed to provide integrated assessment and design of the socio-economic and socio-technical dimensions of energy access initiatives and provide illustrations of how this framework is currently being used to inform energy projects across numerous countries and contexts.

Montag, 14. Januar 2019, 14:00 Uhr (Gastvortrag)

Prof. Ralf Seppelt / Dept. Landschaftsökologie, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ

The Art of Scientific Research – Or, how @twitter made us write a paper about science...

Humanity builds upon scientific findings but the credibility of science might be at risk in a ‚postfactual’ era of advanced information technologies.

In this presentation I’ll discuss the need to a systemic change for science, propose various avenues which could make us turn away from a simple growth paradigm and to refocus on quality, characterized by curiosity, surprise, discovery, and societal relevance.