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Gut gemeint, aber auch gut gemacht?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ITAS haben die Nachhaltigkeit der deutschen Energiewende bewertet. Ihr Ergebnis: Bei knapp der Hälfte der untersuchten Indikatoren sind rasche Maßnahmen notwendig, um die Nachhaltigkeitsziele noch zu erreichen.
Rote Ampel für Indikatoren zur Energiewende
Rotes Licht für die Energiewende: Bei der Hälfte von 45 untersuchten Indikatoren stellten Forschende des ITAS raschen Handlungsbedarf fest. (Quelle: pixabay)
• Publikation Indicator-based Sustainability Assessment of the German Energy System and its Transition
Publikation zur integrativen Bewertung der deutschen Energiewende (Quelle: KIT Publishing)

Der Anteil erneuerbarer Energie nimmt stetig zu, doch die Senkung des Energieverbrauchs im Wärmebereich sowie im Verkehrssektor halten nicht Schritt, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Die Bundesregierung hat die anvisierte Treibhausgasreduktion für das Jahr 2020 bereits revidiert. Zudem sinkt mancherorts die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger für Windräder, Biogasanlagen und Freiflächenphotovoltaik in ihrer Nachbarschaft. Sind dies Indizien für eine fehlerhaft konzipierte Energiewende?

„Rote Ampel“ u.a. für Abhängigkeit von Energieimporten

Im Projekt ENERGY-TRANS haben Forschende des ITAS anhand von 45 Indikatoren bewertet, ob mit den bestehenden Rahmenbedingungen und politischen Maßnahmen die Nachhaltigkeitsziele für 2020 und 2050 erreicht werden können. Für die Bewertung unterstellten sie eine lineare Entwicklung des Trends der vergangenen fünf Jahre bis 2020. Die ermittelten Werte bewerteten sie dann anhand politischer oder wissenschaftlicher Nachhaltigkeitsziele mit einem Ampelfarbcode.

18 Indikatoren erhielten eine rote, vier eine gelbe Ampel. Dies bedeutet, so das Fazit der Forschenden, dass die Ziele der Energiewende ohne rasche Änderung von Strategien und Maßnahmen nicht erreicht werden. Dies betrifft unter anderem die Akzeptanz für den Ausbau erneuerbarer Energien in der Nachbarschaft, die Abhängigkeit von Energieimporten, die Anzahl von Beschäftigten im Bereich erneuerbarer Energien oder den Anbau von Energiepflanzen.

Integrativer Bewertungsansatz

Um die Chancen und Herausforderungen der Energiewende zu identifizieren und die Wirkung von Politikmaßnahmen wie beispielsweise der Kohleausstieg oder die Mobilitätswende umfassend zu bewerten, entwickelten die Forschenden einen integrative Bewertungsansatz. Er ermöglich auch die systematische Analyse von Abhängigkeiten und Zielkonflikten zwischen Nachhaltigkeitsaspekten und Indikatoren. So wird der Bewertungsansatz etwa im Projekt Energiewende-Navigationssystem – ENavi als Instrumentarium zur Entwicklung politischer Strategien für eine erfolgreiche Energiewende verwendet. (26.11.2018)

Weiterführende Informationen: