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Helmholtz-Allianz "Zukünftige Infrastrukturen der Energieversorgung" gegründet [28.09.2011]

Die Transformation der Infrastruktur der Energieversorgung unter Aspekten nachhaltiger Entwicklung und eines beschleunigten Ausstiegs aus der Kernenergie stellt eine erhebliche Herausforderung dar. In Industrieländern wie Deutschland sind hohe Standards der Energieversorgung erreicht. Energie in Form von Elektrizität, Gas oder Treibstoffen ist zuverlässig und praktisch ohne Einschränkungen verfügbar. Daran hat sich die Gesellschaft seit Jahrzehnten gewöhnt. Veränderungen an diesen Bedingungen führen rasch zu gesellschaftlichen Kontroversen und Problemen und zeigen deutlich, dass Transformationsprozesse immer auch die Bereitschaft der Abnehmer und Nutzer, Veränderungen mit zu tragen, berücksichtigen muss.

Denn Infrastrukturen sind generell sozio-technische Systeme. Sie können nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn Angebot und Nachfrage aufeinander abgestimmt sind, wenn sie von Menschen funktionsgerecht genutzt werden und wenn sie sich in die Routinen funktionierender gesellschaftlicher Abläufe einordnen lassen. Um zukünftige (nachhaltige) Infrastrukturen zu erforschen und zu gestalten, bedarf es daher neben der technischen Kompetenz auch der Einsicht in organisatorische und gesellschaftliche Verhältnisse wie z.B. politisch-rechtliche Rahmenbedingungen, ökonomische Randbedingungen, organisatorische und institutionelle Steuerungsfähigkeit, individuelle und soziale Verhaltensmuster, ethische Bewertungskriterien und Akzeptanzmuster.

Die neuartige Perspektive der Helmholtz-Allianz "Zukünftige Infrastrukturen der Energieversorgung" besteht darin, das Energiesystem in Deutschland (in seinem europäischen und internationalen Kontext) nicht primär von der Angebotsseite, der Bereitstellung technischer Artefakte (Maschinen, Kraftwerke, Leitungen, Steuerungselemente etc.) zu betrachten, sondern vor allem von der gesellschaftlichen Bedarfs- und Nutzerseite her. Ausgehend von den erwarteten Funktionen und Leistungsparametern der zukünftigen Infrastruktur der Energieversorgung wird die Einbettung der zukünftig zum Einsatz kommenden technischen Mittel in den organisatorischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Kontext beleuchtet.

Die Allianz gliedert sich in 17 Projekte die 5 Forschungsfeldern zugeordnet sind. ITAS koordiniert die Forschungsfelder "Technisch-soziale Entwicklungen" und "Risiken und Regulierung" und ist an weiteren Fragestellungen beteiligt. Dazu gehören die Modellierung der Bedingungen und Auswirkungen der Energiewende für ausgewählte Regionen, die Untersuchung der Dynamik und Bedeutung von Erwartungsmustern von Technikentwicklern in Innovationsprozessen sowie der Wechselwirkungen zwischen sich wandelnden Governance-Strukturen und systemischen Risiken. ITAS leitet zudem die Querschnittaktivität "Nachhaltigkeits-Monitoring", die unter anderem Kriterien und Indikatoren zur Bewertung von Entwicklungen im Energiesystem bereitstellen soll. ITAS arbeitet als Partner in Projekten zur Analyse von Innovationsprozessen, zur Erforschung energiebezogener Entscheidungs- und Verhaltensmuster in privaten Haushalten sowie zur methodischen Reflektion über die angewendeten Foresight-Ansätze mit.

Weitere Informationen:

  • KIT Presseinformation zur Helmholtz-Allianz: hier