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Biomassepotenzial für synthetische Kraftstoffe ist in Baden-Württemberg vorhanden [20.09.2005]

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Der Abschlussbericht einer Untersuchung von ITAS zum Biomassepotenzial in Baden-Württemberg für die Bereitstellung synthetischer Kraftstoffe liegt nun als Publikation vor und ist online verfügbar.

Ausgangspunkt für die im Auftrag der DaimlerChrysler AG durchgeführte Studie war die Fragestellung, ob und unter welchen Rahmenbedingungen die ganzjährige Biomasseversorgung- jeweils 1 Million Tonnen Trockenmasse -zweier Biomassekonversionsanlagen (jährliche Produktion von jeweils 200.000 Tonnen an synthetischem Kraftstoff) in Baden-Württembergs sicherzustellen ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass in Baden-Württemberg mit Stroh, Heu (Pflegeschnitt von aus der Produktion gefallenem Grünland), Silomais (von Brachflächen) und Waldrestholz ein Biomasseaufkommen von rd. 4 Millionen Tonnen Trockenmasse pro Jahr bereitgestellt und potenziell energetisch genutzt werden könnte. Restriktionen, resultierend aus der bisherigen Nutzung oder aus dem Humushaushalt des Bodens, sind dabei berücksichtigt. Waldrestholz ist hierbei der dominante Biomasseträger, gefolgt von Stroh.

Mit Blick auf die Biomasselogistik ist an den beiden untersuchten Standorten Nord (bei Heilbronn) und Süd (bei Sigmaringen) ein Erfassungsradius von 50 bis 60 km ausreichend, um 1 Million Tonnen Trockenmasse an Biomasse pro Jahr bereitstellen zu können. Hierbei kostet die Bereitstellung von Waldrestholz rund 60-70 € pro Tonne Trockenmasse, Getreidestroh ist rund 20-30 € teurer. Die Bereitstellung von Heu oder von Silomais schneidet dagegen deutlich ungünstiger ab.

Fazit: Die Ergebnisse der Studie stützen die generelle Einschätzung, dass Biomasse für die Produktion von synthetischen Kraftstoffen potenziell zur Verfügung steht. Weitergehende Abschätzungen zeigen aber, dass der Abstand zur Wettbewerbsfähigkeit deutlich größer ist als bei der Wärme- und Strombereitstellung aus Biomasse.

Bibliografische Angaben:
Leible, L.; Kälber, S.; Kappler, G.:
Entwicklung von Szenarien über die Bereitstellung von land- und forstwirtschaftlicher Biomasse in zwei baden-württembergischen Regionen zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen – Mengenszenarien zur Biomassebereitstellung. Studie im Auftrag der DaimlerChrysler AG, Juni 2005

Weiterführende Links:

  • Die Beschreibung des Projekts bei ITAS hier
  • Informationen über die Autoren: Leible Kälber Kappler
  • Pressemitteilung der DaimlerChrysler AG vom 16.08.2005 hier